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Ein Puppentheater als Mutmacher

Über Kreativität die Motivation fördern: Auf Initiative des Jobcenters nahmen rund 20 Arbeitslose an einem etwas anderen Projekt teil

Der größte Lohn war der Applaus der Kinder. „Da merkt man, dass sich die Arbeit der letzten sechs Wochen gelohnt hat“, sagte einer der jungen Männer, die an einem etwas anderen Projekt des Jobcenters des Kreises Schleswig-Flensburg teilgenommen haben und gestern nun Premiere in der Stadtbücherei feierten. Dort konnten sich Schüler der Wilhelminenschule das Puppentheaterstück „Star Worns“ ansehen, an dem rund 20 arbeitslose Frauen und Männer beteiligt waren.

In Zusammenarbeit mit der „BB Gesellschaft für Beruf und Bildung“ hat Alice Siert vom Jobcenter die Maßnahme unter dem Motto „Chancen-Werk“ konzipiert. „Es ging uns darum, die Stärken der Teilnehmer herauszuarbeiten. Und es war toll zu sehen, wie selbstbewusst sie hier jetzt aufgetreten sind“, freute sich Siert. Das positive Feedback der jungen Zuschauer fördere sicherlich das Selbstvertrauen der Teilnehmer. „Und das bringt eine Menge, wenn es darum geht, wieder einen Job zu finden.“

Tatsächlich hatte die Gruppe in den vergangenen Wochen einiges zu tun mit dem Theater. Eine Bühne musste ebenso gebaut werden wie die Puppen. Manche schrieben Texte, andere kümmerten sich um Ton und Licht. „Da kam viel zusammen. Es geht um Engagement, Motivation, Kreativität, Kommunikation und Teamwork“, betonte Ilona Januschewski von der Firma BB. Man habe mit den Teilnehmern sehr intensiv gearbeitet. Das Theaterprojekt lief dabei zwar parallel zu anderen Unterrichtseinheiten wie etwa dem Bewerbungstraining. „Aber je länger wir uns mit dem Stück beschäftigt haben, desto ernster haben es alle genommen“, so Januschewski. „Am Ende haben sich die Teilnehmer sogar in ihrer Freizeit getroffen und weiter gebastelt und geschrieben.“

Genau diese positive Gruppendynamik hat auch Jessica Boysen besonders gut gefallen. Sie hat während der Projektphase einen neuen Job gefunden, war gestern aber als Zuschauerin bei der Premiere dabei. „Ich bin richtig stolz darauf, was daraus geworden ist“, sagte sie mit Blick auf das Stück. Denn das hatte nicht nur Unterhaltungswert, sondern war auch aus pädagogischer Sicht wertvoll. Denn es ging um das Thema Müll und Müllvermeidung.

Dass dies von den Kindern so positiv aufgenommen wurde, freute schließlich auch Nils Wienke, Fachdienstleiter Berufliche Eingliederung beim Kreis. „Die aktive Teilnahme der Schüler ist doch die ehrlichste Rückmeldung, die man sich wünschen kann“, lobte er. Allein dafür habe sich das Projekt gelohnt. Die Wiedereingliederung von Arbeitslosen sei in Zeiten des Fachkräftemangels immens wichtig. „Um das zu erreichen, muss man auch mal andere Ansätze wählen“, so Wienke.

Autor/in: Sven Windmann
Quelle: Schleswiger Nachrichten

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